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Die Vergangenheit klären und loslassen

von Racha Fajjari
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Das Jahr 2020 hat uns mehr denn je gezeigt, dass alles immer in Bewegung ist und sich ständig ändert. Wir mussten ein neues Gleichgewicht in uns selbst und in unserem Zuhause finden. Das Loslassen von „wie es einmal war“ war unsere grösste Herausforderung. Loslassen ist untrennbar mit Veränderung verbunden. Wenn wir nicht loslassen, belasten wir uns und halten uns davon ab, vorwärtszukommen.

Das Loslassen kann jedoch schwierig sein. Zum Beispiel, wenn es darum geht, unsere Häuser aufzuräumen. Und es wird noch schwieriger, sentimentale Gegenstände aufzuräumen. Ich muss zugeben, dass ich selber einige Kisten mit sentimentalen Gegenständen heimlich versteckt hatte, als ich zum ersten Mal behauptete, dass meine Wohnung KonMari-proof war. Einfach weil ich nicht wusste, ob es in Ordnung war, mich von diesen Sachen zu verabschieden.

Viele Menschen wissen schon: sich von Sachen verabschieden, löst ein Gefühl der Erleichterung und Leichtigkeit aus. Die KonMari-Methode™ spricht so viele von uns an, weil sie sich darauf konzentriert, ein Lebensumfeld zu schaffen, das nur mit den Dingen gefüllt ist, die wir lieben. Dies bedeutet unweigerlich, dass wir alle Dinge loslassen müssen, die wir (nicht mehr) lieben und die ihren Zweck erfüllt haben.

Die spuren des Widerstands bei Geschenken, sentimentalen Gegenständen oder Andenken

Behältst du die Kette, die deine Mutter dir gegeben hat, obwohl du sie nicht magst? Ist es respektlos, Geschenke einfach zu entsorgen? Was ist mit dem Gemälde, das du von deinen Grosseltern geerbt hast? Es sollte in der Familie bleiben, oder? Die Tischdecke, die deine Tante dir gegeben hat, passt aber nicht zu deiner Deko. Und was ist mit den Fotoalben und Briefen, die auf deinem Dachboden landeten?

Manchmal ziehen wir es vor, sie irgendwo in unserem Haus zu verstecken, anstatt bewusst die Wahl zu treffen, Gegenstände aufzubewahren oder loszulassen. Ich glaube, dafür gibt es zwei wichtige Gründe: ein schlechtes Gewissen und die Angst vor dem Verlust wertvoller Erinnerungen.

Wie kann die KonMari-Methode™ helfen, loszulassen?

Marie Kondo erklärt, warum es in Ordnung ist, loszulassen. Das Aufräumen sentimentaler Gegenstände bedeutet, die Vergangenheit in Ordnung zu bringen, damit du das Leben jetzt geniessen kannst.

Eine einzige Schlüsselfrage steht dabei zentral: Macht es Freude? Danach gibt es nur zwei Möglichkeiten: Behalten oder loslassen. Und wenn du dich dafür entscheidest es zu behalten, bewahre es mit Vertrauen auf und achte darauf, dass du dich darum kümmerst. Vertraue deiner Intuition und du wirst erstaunt sein, wie gut du entscheiden kannst was dir Glück bringt.

Marie Kondos Buch „Die lebensverändernde Magie des Aufräumens“ enthält zwei Lektionen, die für mich und für viele meiner Kunden ein grossartiger Aha-Moment waren:

1. Der wahre Zweck eines Geschenks ist es, empfangen zu werden. Geschenke sind ein Mittel, Gefühle für jemandem zu vermitteln.

Geschenke sind Ausdruck von Liebe und Güte. Es ist der Moment des Austauschs, der zählt: geben und Nehmen. Fühlst du dich schuldig, wenn ein Geschenk, das sorgfältig ausgewählt und speziell für dich gekauft wurde, keine Freude macht? Hast du Schwierigkeiten, es ein Zuhause in deinem Heim zu geben?

Es ist okay … lass es los.

2. Der Gedanke, Erinnerungsstücke zu entsorgen, weckt die Angst, dass wir diese wertvollen Erinnerungen mit ihnen verlieren.

Aber du brauchst dich keine Sorgen zu machen. Wirklich wertvolle Erinnerungen werden niemals verschwinden, selbst wenn du die damit verbundenen Objekte wegwirfst. Egal wie wunderbar die Dinge früher waren, wir können nicht in der Vergangenheit leben. Die Freude und Aufregung, die wir hier und jetzt empfinden, sind wichtiger.

Wir glauben in der Tat oft, dass sentimentale Gegenstände uns mit einer Person oder einem besonderen Moment im Leben verbinden. Aber wie viel ehren und kümmern wir uns wirklich um diese Erinnerungsstücke, wenn sie Staub sammeln, in Schubladen verstaut oder in Kartons aufbewahrt, versteckt und vergessen werden?

Vielleicht macht es mehr Sinn, eine schöne Aufbewahrungsschachtel zu machen für deine allerwichtigsten Sachen? Oder einen Platz im Haus zu schaffen, wo du die besonderen sentimentalen Dinge ausstellst, um sie zu schätzen und zu geniessen wann immer du möchtest.

„Unsere Sachen bilden einen Teil von uns, und wenn sie weg sind, hinterlassen sie ewige Erinnerungen.“ – Marie Kondo

Marie Kondo betont, wie wichtig es ist, respektvoll loszulassen und damit die Beziehung zu diesem Objekt zu schliessen. Für eine respektvolle Übertragung sentimentaler Gegenstände wie Fotos und Briefe empfehle ich die Verwendung von Salz (ein japanisches Reinigungsritual). Du kannst zum Beispiel Fotos oder Briefe in einen Umschlag stecken, etwas Salz hinzufügen und sich für das bedanken, was es dir gegeben hat. Dieses Ritual ist eine wunderschön bescheidene und würdige Art, loszulassen.

Wenn du entscheidest, dass Gegenstände keine Freude mehr bereiten und dass sie ihren Zweck erfüllt haben, sag „Danke“ und lasse sie auf eine menschen- und umweltfreundliche Weise los.

Das habe ich also getan. Ich habe mich endlich um diese letzten Kisten gekümmert: Ich sortierte meine Vergangenheit und wählte Freude für die Zukunft. Ich liess los und ja, es war okay!

Simply Serene Michelle Scholl

Michelle Scholl ist zertifizierte KonMari- und Feng Shui Beraterin. Sie schreibt jeden Monat für Mamalicious über das Thema Harmonie zu Hause. In unserem Member Spotlight erfährst du mehr über Michelle.

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