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FRAG PILLOU: WAS MAN ÜBER DIE NUGGI ENTWÖHNUNG WISSEN MUSS

von Racha Fajjari

Hallo! Ich bin Pillou, der sprechende Pullover. Ich bin auf die Erde gekommen, um Kinder und Eltern zu unterstützen und sie mutiger, selbstbewusster und intuitiver zu machen. In meinem ersten Abenteuer, „Pillou der sprechende Pullover, das Geheimnis der Regenbogenwolle„, kannst Du mehr über meine Intension und mein Dasein erfahren. Mich gibt’s in jeder üblichen Buchhandlung zu kaufen und ich bin übrigens ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für Kinder von 5 bis 11 Jahre und ich wurde geschrieben von Tatjana Strobel. Tatjanas Ziel ist es, vorhandene Potenziale auszubauen, das Lebensgefühl und Glück zu wecken und das Selbstbewusstsein zu stärken. Die Bestseller-Autorin hat bereits sieben Bücher geschrieben und schreibt bereits eine spannende Kolumne bei uns.

Ich wünsche mir, dass ihr Menschen, gross wie klein beginnt hinter den Vorhang zu schauen. Dass Ihr versucht Euch selbst und andere besser zu verstehen und auch alte Systeme zu hinterfragen. Alles hat eine Ursache, einen Beginn und wenn man diesen kennt und versteht, kann man andere Blickwinkel einnehmen und Lösungen anstreben, die für alle eine Win-Win Situation bedeuten. Eines meiner Lieblingszitate lautet: Zusammen sind wir stark!

In dieser Kolumne: «Frag Pillou» werden wir Themen aus der Mamalicious Community aufgreifen und diese aus der Perspektive des Kindes, beleuchten. Es geht dabei nicht um richtig oder um falsch, nur darum, aus seinem eigenen Gedankenkarussell austeigen zu können, um neue Ansichten gewinnen zu können. Vielleicht hast Du ja, Lust, Dich darauf einzulassen?

In der ersten Kolumne geht es um den Schnuller. Wie ist die richtige Handhabung, wie entwöhnt man, etc. Fragen, die immer wieder in unserer Community gestellt werden.

Bevor wir zu Lösungen kommen, möchte ich das Thema etwas tiefer beleuchten, um Zusammenhänge zu verstehen.

Im Bauch der Mutter ist das Kind, mit der Mutter verbunden. Vorausgesetzt, das Kind ist erwünscht, fühlt sich das Kind im Mutterleib geborgen und sicher.

 Es fühlt, was die Mama fühlt, spürt was die Mama spürt, isst und trinkt, was die Mama zu sich nimmt. Der Körper der Mama reguliert den Körper des Fötus. Dies stellt die perfekte Symbiose zwischen Mutter und Kind dar.  Bereits im Bauch, kann sich das Kind am eigenen Daumen bedienen. Forscher vermuten, dass diese Handlung im Zusammenhang mit Stress und Unruhe steht.

Dann kommt es «plötzlich» auf die Welt und ist abgekoppelt von der Mutter. Dies stellt im ersten Moment ein Schock dar.  Durch das Stillen, Nähe und Körperkontakt, wird diese Verbindung wieder intensiviert.

Spannenderweise hat man festgestellt, dass der mütterliche Körper auch nach der Geburt eine regulierende Wirkung auf den Organismus des Kindes hat. Herzschlag, Körpertemperatur, Blutzuckerwerte werden durch direkten Hautkontakt stabilisiert, das Baby wird dadurch ruhiger, aufmerksamer und weint weniger.

Man weiss heute aus vielen Studien, dass die seelische Gesundheit von Kindern durch frühkindliche Erfahrungen geprägt wird. Dabei spielt Bindung an verlässliche und liebevolle Bezugspersonen, Körperkontakt eine grosse Rolle. Die Mutter-Kind, also auch Vater-Kind Bindung nimmt dabei einen hohen Stellenwert ein.

Das angeborene Saugbedürfnis, ist ein lebenswichtiger Reflex, der im Laufe des ersten Lebensjahres wieder verlernt wird. Der Saug- sowie der Suchreflex, sind für die Nahrungsaufnahme angelegt, die das Überleben sichern soll. Das Neugeborene ist im grossen Masse von der Fürsorge der Eltern abhängig.  Im ersten Lebensjahr wächst es ca. 25 cm und verdoppelt sein Geburtsgewicht, auf durchschnittlich 6 kg. Reflexe sind die motorische Antwort auf Reize von aussen. Sie laufen automatisch und unbewusst ab.

Das Stillen befriedigt somit viel mehr als nur das Hungergefühl des Babys. Es ist eine innige Form der Kommunikation, tröstet und beruhigt,  ist schmerzlindernd und einschlaffördernd. Der Mutter hilft es sich emotional auf das Kind einzulassen, sich als Mutter wahrzunehmen und in die Rolle zu wachsen.

Der dabei angeborene Saug- und Suchreflex hat zum Ziel dass das Kind die Mutterbrust findet, die Muttermilch saugen kann, und gleichzeitig den Kiefer formt und zur Gebissentwicklung beiträgt.

Soweit so gut.

Irgendwann bieten wir dem Kind dann, als Alternative zur Brust den Schnuller an. Die meisten tun dies unbewusst, ohne die genauen Hintergründe zu kennen. Der Schnuller gehört in eine «normale» Babyausstattung, kaum jemand hinterfragt dies.

Bereits 900 Jahre v. Chr. hat man Babys mit einem bauchigen Gefäss und einem Stäbchen Nahrung wie Milch, Honig, zugeführt, sie so beruhigt und entspannt. Der Vorläufer des Schnullers.

Das Bedürfnis zum Schnuller ist nachvollziehbar. Das Kind bekommt eine von uns unabhängige Methode zur Verfügung gestellt, sich zu beruhigen, zu entspannen. Das entlastet die Elternteile immens.

Der Schnuller ist im Grunde eine nachgeformte Brustwarze, die die Beruhigungsschleife des kindlichen Gehirns aktiviert. Gleichzeitig vermittelt das Saugen ein fiktives Gefühl von Nähe, Geborgenheit, Entspannung.  

Und hier kommt jetzt Krux an der Geschichte.

Der Saugreflex bildet sich binnen des ersten Lebensjahres zurück, weil das Kleinkind diese Funktion nicht mehr benötigt. Damit hat sich die Thematik von selbst erledigt.

Mit dem Schnuller hingegen, haben wir eine Abhängigkeit von einem Gegenstand geschaffen, den Saugreflex trainiert. Das Kind hat sich an den Schnuller und die beruhigende Wirkung gewöhnt. Es kennt keine anderen Beruhigungsmechanismen und empfindet damit eine Art Abhängigkeit. Diese Abhängigkeit hat beim Kind ähnliche Ausmasse, wie wir es im Erwachsenenleben durch Zigaretten, Süsswaren, Alkohol kennen.  Auch diese Gewohnheiten sind nicht einfach so von einem zum anderen Tag abzulegen.

Vielleicht hilft Euch dieses Wissen, um es bei zukünftigen Babys anders zu machen, bzw. um dem Schnuller einen liebevollen Abschied, mit viel Verständnis zu bereiten.

Die richtige Zeit, ist wenn Du es als die richtige Zeit ansiehst! Kinder dürfen aktiv und voller Neugierde und Wissbegier die Welt entdecken. Der Schnuller steht dem entgegen. Er sediert das Kind sozusagen, beruhigt es. Der Entdeckerdrang verlangt hingegen Wach- und Offenheit.

Binde Dein Kind in die «Schnuller Ade» Phase ein.

Natürlich wird es nicht von Anfang an reibungslos klappen, habe Verständnis und bleibe liebe- und verständnissvoll. Vergiss nie, dass auch Du Dir schon zigmal etwas vorgenommen hast, und die Umsetzung haperte. Das darfst Du auch Deinem Kind zugestehen. Wichtig ist auch, dass das Kind zur Abgewöhnung, keine weiteren Stressfaktoren ausgesetzt ist. Die kann eine weitere Schwangerschaft sein, Umzug, Eintritt in Kita oder Kindergarten. Ideal sind Urlaubszeiten, entspannte Ferientage, Festtage wo das Kind umgeben ist von Eltern und weiteren geliebten Bezugspersonen.

Versuche in kleinen Schritten vorzugehen. Alles darf seine Zeit haben.

Abreisskalender, ähnlich einem Adventskalender, können helfen dem Kind, Zeit, Inhalt und Ablauf transparenter zu machen. Dies kann mit Post it`s an der Kinderzimmerwand erfolgen, Toilettenpapierrollen etc.

Schritt 1: Selektiver Einsatz

Bevor man zu radikalen «sofort weg» Schritten greift, wäre es toll, den Schnuller im Vorfeld bereits nur noch selektiv einzusetzen. Beobachte Dein Kind und frage Dich: wann ist der Schnuller besonders wichtig? Legt gemeinsam neue Richtlinien fest. Beispielsweise «Beim Spielen und Sprechen, legen wir ihn zur Seite. Dann kann auch er sich mal ausruhen.»

Schritt 2: Miteinander Rituale/Qualitätszeit

Wie Kannst Du mit Deinem Kind bewusst Zeit verbringen. Zeit, die nur Euch gehört und Eure Verbindung weiter intensiviert?

Wichtig dabei ist, dass diese Zeit, durch nichts gestört wird. Es ist Eure Qualitätszeit.

Vielleicht singt oder tanzt ihr zusammen. Vielleicht kuschelt ihr, oder Du liest Deinem Kind etwas vor?

Verbringe so viel Zeit wie möglich mit Deinem Kind. Versuche, dass der Schnuller tagsüber nur noch selten zum Einsatz kommt.

Schritt 3: Mittagsschlaf ohne Sauger

Biete den Schnuller zum Mittagsschlaf nicht mehr an. Kinder vergessen schnell und können so neue Gewohnheiten gut annehmen

Schritt 4. Schnuller nur noch nachts

Nachts ist das Bedürfnis nach dem Saugfreund am grössten. Er bringt ja Ruhe und Entspannung. Vielleicht können am Anfang Lieblingspuppen- oder Kuscheltiere zur Unterstützung genommen werden und nach der Schnuller weggelassen werden .

Wenn das Kind aus eigenen Stücken bereit ist den Schnuller abzugeben, gibt es wunderbare Rituale, um den Abschied liebevoll zu gestallten.

  • Ihn an einen Heliumballon binden und gegen Himmel steigen zu lassen
  • Ein Papierboot bauen, Schnuller integrieren, und ihm beim Wegschwimmen im See, Bach, Meer zusehen
  • Die Schnullerfee, oder der Schnullerwichtel holt ihn Nachts ab, um ihn anderen Kindern zu geben, und lässt eine Überraschung zurück
  • Ein «Schnuller Ade» Fest feiern, mit Kuchen, anderen Kindern, ähnlich einer Geburtstagsfeier. Vielleicht tun sich ja mehrere Kinder zusammen, und lassen die Schnuller so gehen.
  • Den Schnuller am Strand, im eigenen Garten vergraben
  • Schnuller an Tierpark oder Schnuller Hersteller «spenden»

Egal, wie Du es tust! Mache es voller Liebe und Verständnis!

Es ist nie leicht etwas loszulassen. Doch wenn man es geschafft hat, wächst man über sich selbst hinaus!

Und darum geht es: wachsen, gross werden- innerlich wie äusserlich.

Dieses Wachstum lässt sich auch wunderbar mit Deinem Kind zelebrieren mit dem Lutschkalender. Darin wird jeder schnullerfreie Tag mit einer Sonne im Kalender eingetragen, die Wolke zeigt das Bedürfnis nach dem Schnuller auf. Ab 15 Sonnen gibt es wunderbare Belohnungen mit Eltern und Grosseltern. Belohnungen in Form von gemeinschaftlichen Erlebnissen, Qualitätszeit, Kuschelabenden.  Eine wunderbare Vorlage findest Du unter www.madesta.eu/downloads/lutschkalender.pdf

Und vergesst nicht nur zusammen sind wir stark!

FRAG PILLOU: WAS MAN ÜBER DIE NUGGI ENTWÖHNUNG WISSEN MUSS

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