Text: Im Original von Peter Spork (umgeschrieben von Nadja Brenneisen)
Als Eltern wissen wir: Kinder spüren alles. Unsere Anspannung, unsere Ungeduld – aber auch unsere Ruhe. Was viele nicht wissen: Hinter all dem steckt unser Nervensystem, ein biologisches Meisterwerk, das steuert, wie wir auf die Welt reagieren – ob mit Gelassenheit oder Alarm.
Das Nervensystem verarbeitet Reize, reguliert Atmung, Herzschlag und Emotionen. Besonders Kinder sind darauf angewiesen, dass ihre Bezugspersonen ihnen helfen, sich zu regulieren. Dieser Prozess heisst Coregulation: Wenn ein Baby weint und wir es beruhigen, regulieren wir gleichzeitig sein Nervensystem mit. Und das wirkt in beide Richtungen – auch unser eigener Stress kann durch liebevolle Berührung, Blickkontakt und Nähe sinken.
Der neue Sanitas Health Forecast 2025 zeigt eindrücklich, wie viele Menschen, vor allem Eltern, sich heute nach einem naturnahen, ganzheitlichen Lebensstil sehnen. Kein Wunder, denn unser Nervensystem ist nicht für grelles Licht, Dauerstress und ständige Reizflut gemacht – sondern für Verbundenheit, Beziehung und vor allem: Natur.
Der Wald als natürliche Regulatorin für die ganze Familie
Der Wald wirkt auf unser Nervensystem durch ein Zusammenspiel aus visuellen Eindrücken, natürlichen Klängen, Gerüchen und einer besonders reinen Luftqualität. Wissenschaftliche Studien belegen: Zeit im Wald aktiviert den Parasympathikus – den Teil unseres Nervensystems, der für Entspannung und Regeneration zuständig ist. Dadurch sinken Puls und Blutdruck, und die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol wird reduziert.
Dieser Effekt ist vergleichbar mit Coregulation zwischen Eltern und Kindern, bei der das Nervensystem des Kindes durch die beruhigende Präsenz der Bezugsperson reguliert wird. Im Wald findet diese Regulation auf einer übergeordneten Ebene statt: Die natürliche Umgebung wirkt als „externe Regulation“ – sie beruhigt durch multisensorische Reize das Nervensystem von Erwachsenen und Kindern gleichermassen.
Zum Beispiel wirken Terpene aus Nadelbäumen immunstärkend und stressmindernd. Das Zwitschern der Vögel oder das Rascheln der Blätter fördern die parasympathische Aktivität. Besonders bei Kindern, deren Nervensystem noch in der Entwicklung ist und oft sensibler auf Stress reagiert, führt der Wald nachweislich zu einer messbaren Verbesserung von emotionaler und physiologischer Balance.
So schafft der Wald eine natürliche Umgebung, in der Nervensysteme synchronisieren, regulieren und entspannen – die biologische Grundlage für mehr Wohlbefinden und Resilienz.
Musik und Nervensystem – eine unterschätzte Verbindung
Doch was ist mit Jugendlichen, die nicht mehr in den Wald gehen? Hier kommt die Musik ins Spiel, die unser Nervensystem auf eine ganz eigene Weise beeinflusst – und umgekehrt. Unsere Gefühle bestimmen die Musikauswahl, und Musik beeinflusst wiederum unsere Stimmung, Pulsfrequenz und sogar den Hormonhaushalt.
Ein spannender Einblick aus dem Sanitas Health Forecast 2025 zeigt: Die Musik in den westlichen Charts wird seit Jahren langsamer, melancholischer, emotionaler. Die meisten Hits sind heute in Moll, das Tempo sinkt, und die Texte handeln zunehmend von Angst, Wut und Traurigkeit. Eine Datenanalyse der University of Kansas zu über 6000 Billboard-Songs belegt: Der Ausdruck von Gefühlen wie Ärger, Angst oder Abscheu hat sich seit 1951 verdoppelt.
Was bedeutet das für unsere Zeit – und vor allem für unsere Kinder?
Diese Entwicklung spiegelt die kollektive Stimmung wider. Die Generation Z, die mitten in der Klimakrise aufwächst, wird oft als besonders sensibel beschrieben – die sogenannte „Schneeflocken-Generation“. Für sie funktioniert traurige Musik wie ein moderner Gospel: Sie tröstet, indem sie zeigt, dass andere ähnlich fühlen. Sie heilt, indem sie Traurigkeit zum Ausdruck bringt und damit Verbindung schafft.
Musik als Werkzeug für Coregulation
Doch es gibt Hoffnung – und konkrete Werkzeuge. Wenn Musik unser Nervensystem so stark beeinflussen kann, dann können wir sie bewusst nutzen, um es zu regulieren. Gerade für Eltern und Kinder ist das ein Schlüssel zu mehr Gelassenheit, innerer Ruhe und Verbindung im Alltag.
Ein Geschenk für euch – direkt aus dem Forecast
Wie klingt Entspannung auf Rezept?
Mit dem Song „Weightless“ von Marconi Union. Dieses Lied gilt als das entspannendste Lied der Welt. In Zusammenarbeit mit Soundtherapeuten komponiert, zeigen Studien, dass das Hören dieses Songs die Herzfrequenz um bis zu 35 Prozent senken und den Stresslevel spürbar reduzieren kann.
Unser Tipp:
Für das optimale Erlebnis von „Weightless“ von Marconi Union werden Kopfhörer empfohlen. Der Grund dafür ist, dass das Stück sehr fein abgestimmte, vielschichtige Klänge und binaurale Beats enthält, die gezielt das Nervensystem beruhigen und die Herzfrequenz senken sollen. Kopfhörer sorgen dafür, dass diese Klangdetails klar und direkt ins Ohr gelangen, was die Tiefenwirkung der Musik verstärkt. So können sich die Gehirnwellen besser synchronisieren, und der entspannende Effekt wird intensiver und wirksamer wahrgenommen als über Lautsprecher. Lasst „Weightless“ Teil eures Familienalltags werden – beim Abendritual, im Auto oder immer dann, wenn der Tag mal zu viel war. So entsteht Coregulation nicht nur durch Nähe, sondern auch durch Klang.
Der neue SANITAS HEALTH FORECAST «In dir steckt mehr als du denkst»

Unter dem Titel «In dir steckt mehr als du denkst» widmet sich die sechste Edition des Sanitas Health Forecast 2025 der Frage, wie wir unser volles gesundheitliches und persönliches Potenzial nutzen können.
Auf über 400 Seiten entfaltet sich ein Coffee-Table-Book, das journalistische Tiefe, visuelle Kraft und wissenschaftlich fundierte Perspektiven vereint. Im Fokus stehen die vier zentralen Themenbereiche Individualität, Zellen, Nervensystem und Stress, die einen vielschichtigen Blick ins Innere des Menschen eröffnen – biologisch, psychologisch und gesellschaftlich.
Begleitet werden die Beiträge renommierter Journalisten und Journalistinnen mit hochwertigen Fotografien, Illustrationen, Kunststrecken und Daten einer aktuellen Marktforschung, die als Seismograf für das Gesundheitsbewusstsein der Schweizer Bevölkerung dient – und zeigt, was Menschen heute bewegt und morgen erwarten.
Die diesjährige Ausgabe lädt zum Entdecken und Blättern ein. Sie verbindet Ästhetik mit Substanz und ist damit nicht nur ein Barometer für die Gegenwart, sondern auch ein Kompass für die Zukunft. Eine inspirierende Sommerlektüre für alle, die wissen wollen, was in ihnen – und in der Gesundheit von morgen – steckt.
Den Sanitas Health Forecast 2025 findest du im Buchhandel deiner Wahl und am Kiosk.

