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KOLUMNE: Warum man ist, wer man ist… und wie man die Person werden kann, die man werden will!

von Andi Wullschleger

Geschrieben von: Tatjana Strobel – Sozialpädagogin, Hypnosetherapeutin & Bestsellerautorin

Teil 4: Lügen und Rollenspiele

In den ersten 10 Lebensjahren erhalten wir durch unsere Eltern, Geschwister, durch unser Umfeld, unsere Religion, unsere Herkunft, unsere Programme. Diese werden auf unsere Hardware, das Gehirn gespielt. Wir werden durch das Verhalten unseres nahen Umfeldes geprägt. Alles was wir können und sind, ist durch andere verursacht.

5 Dinge sind dabei essenziell:

 1. Bedingungslose Liebe, vor allem der Eltern

Dies beinhaltet den kleinen Menschen so anzunehmen, wie er ist. Ihm Aufmerksamkeit, Liebe, Zeit, Zärtlichkeit und Liebe zu schenken. Es gibt kein «zu viel», nur dann, wenn die Eltern das Kind nutzen um ihre eigenen Mangelgefühle aufzufüllen.

2. Individualität

Jeder Mensch ist einzigartig, es gibt keinen genau so 2x mal. Jeder hat Fähigkeiten und Gaben, die nicht vergleichbar sind. Sobald wir beginnen zu vergleichen, entstehen Mangelsituationen, die lebenslange Auswirkungen haben.

3. Struktur, Ordnung, Stabilität und Sicherheit

Ein Kind benötigt klare Richtlinien, Strukturen an denen es sich orientieren kann. Das Gefühl sicher und geborgen zu sein. Bekommt es dies nicht, entstehen Muster von Perfektion, Kontrolle und Macht.

4. Eigene Erfahrungen/Eigene Meinung

 Einem Kind müssen die Möglichkeiten eingeräumt werden, eigene Erfahrungen machen zu dürfen, es muss ermuntert werden, seine eigene Meinung entwickeln und kundtun zu dürfen. Passiert dies nicht, wird Anpassung, Unsicherheit, wenig Selbstwertgefühl resultieren.

5. Neugierde

Ab der ersten Lebensminute sind wir Menschen neugierig. Wir wollen alles verstehen, auseinandernehmen, stellen unzählige Fragen und entdecken täglich neues. So lange, wie dies die Eltern fördern. Nehmen sich Eltern keine Zeit, um zu erklären, verschwindet der natürliche Drang des Kindes. Die Folgen sind Uninteressiertheit, kleiner Horizont und wenig Vorstellungsvermögen.

Sind ein oder mehrere Punkte der oben genannten nicht gegeben. So entwickelt der Mensch sogenannte Überlebensmuster, die das Leben behindern, einschränken, und solange aktiv sind, bis sie erkannt und wieder „gelöscht“ werden.

In meiner Arbeit gibt es den magischen Dreiklang.

  1. Erkennen

Der Betroffene muss erkennen, dass sich Dinge immer wiederholen, dass er stets «Opfer» bestimmter Umstände wird und dass dies nichts mit seinem Umfeld, sondern mit seiner Art Dinge wahrzunehmen, beziehungsweise mit seinen Programmierungen zusammenhängen.

  1. Akzeptieren

Es ist wie es ist! Am Ende hat man sich durch die eigenen 60-80000 Gedanken pro Tag die Themen in seinem Leben manifestiert. Neben den anstrengenden Aspekten ist man durch diese Programmierungen  auch zu dem Mensch geworden, der man ist. Dies hat durchaus auch positive Seiten!

  1. Loslassen

Alles, was wir uns angeeignet haben, können wir auch wieder loslassen. Dies passiert mit aktiver Bewusstseinsarbeit. Sich selbst und seiner Gedanken bewusst werden, daraus resultierend das Mindset ändern, Dinge komplett anders machen, 180 Grad Verhaltensänderungen hinlegen, sich auf Dinge einlassen, Vertrauen in sich selbst aufbauen.

Dieser Dreiklang ist der Beginn zu dem Menschen zu werden, der man eigentlich sein will.

Wichtige Tools auf dieser Reise:

  • Selbstliebe, liebevoller Umgang mit sich selbst
  • Meditation
  • Arbeit mit dem Unterbewusstsein
  • Facereading- welche Potentiale trägst Du in Dir?
  • Maskenball- Masken erkennen, benennen, und täglich mit ihnen arbeiten
  • Zirbeldrüse entkalken: wer die Zirbeldrüse intakt hat, sieht klar, hinter die Fassade und ist fest im Sattel des Lebens verankert

Heute geht es um Lügen und Rollenspiele.

Bist Du betroffen? Mache den Test! Welche Aussagen treffen auf Dich zu?

☐ Man erlebt mich stets fröhlich und gutgelaunt, die dunklen Seiten lebe ich für mich.

☐ Ich möchte die Erwartungen meiner Umwelt nicht enttäuschen.

☐ Autos, Kleidung und andere Statussymbole machen mich attraktiver und wertvoller.

☐ Wenn ich Geschichten erzähle, schmücke ich diese etwas aus.

☐ Lügen gehören zum Leben dazu.

Wenn Du mehr als 3x „Ja“ angekreuzt hast, ist das Muster „Rollen spielen“ Teil Deiner Persönlichkeit und Deines Handelns.

Glaubenssätze dahinter sind: „Ich bin wertlos!“, „Ich bin nur etwas Besonderes, wenn ich etwas leiste oder etwas biete!“, „Ich muss funktionieren, mich an die Erwartung anderer anpassen!“ Grundsätzlich sind wir Menschen, im sozialen Kontext bemüht, Werte, Normen und Erwartungen der Gesellschaft zu erfüllen. Gleichzeitig ist es uns wichtig, uns zu schützen, nicht allen anderen unser wahres Gesicht oder unsere derzeitige Gefühlswelt zu offerieren.

Um diese „normalen“ Verhaltensweisen geht es hier nicht sondern, dass die Betroffenen ausschließlich Rollen spielen, und sich hinter diesen verstecken. Sie passen sich grundsätzlich an andere an, lügen, um sich besser darzustellen, sich wichtiger zu machen oder die eigenen Gefühle zu verbergen. Sie spielen im Leben Rollen und verstecken sich hinter unterschiedlichsten Masken.

In der Kindheit haben diese Menschen gelernt zu funktionieren, sich anzupassen und es den Bezugspersonen möglichst recht zu machen. Sie haben erfahren, dass sie trotz großem Leistungsstreben nicht gut genug sind, als Mensch enttäuschen. Sie wurden angegriffen und verunsichert. Daraus resultierend ist eine Angst entstanden, abgelehnt und denunziert zu werden. Dieser Angst weichen sie permanent aus.

Durch diese Erfahrungen haben die Betroffenen nur einen sehr schlechten Zugang zu ihren eignen Bedürfnissen und Gefühlen. Sie richten sich voll und ganz auf die Erwartungen anderer aus.

Sie sind die, die ihre Umwelt gerne sehen möchten. Somit tragen die Betroffenen im übertragenen Sinn eine Tarnkappe oder eine Kostümierung. Sogar in ihrer Beziehung getrauen sie sich nicht authentisch und ehrlich zu sein. Sie möchten nur das vorzeigbare. „Ich“ präsentieren. Sie glauben, nicht mehr liebenswert zu sein, wenn sie zu ihren Launen und Gefühlen stehen.

Doch alles hat seine Nebenwirkungen. Durch das Unterdrücken der eigenen Gefühle kommt in ihnen schnell das Gefühl hoch, chronisch zu kurz zukommen. Dies erzeugt Frust und Wut, die durch das hohe Harmoniestreben und den Wunsch alles richtig zu machen keinen Raum bekommt. Dies führt dazu, dass die Beziehung öde und starr wird, der Betroffene den Partner quasi mit diesem Verhalten abstraft oder der Rollenspieler Schluss macht, ohne Angaben von Gründen den Schauplatz verlässt, da er es einfach nicht mehr aushalten kann.

Dadurch, dass die Betroffenen keinen Bezug zu ihren Wünschen und Bedürfnissen haben, passen sie sich an, und tun so, als ob ihnen die Sachen gefallen, die andere vorschlagen.

Tag für Tag belügen sie sich damit selbst und im Endeffekt auch alle anderen.

Hast Du Dich wiedergefunden, oder jemanden aus Deinem Umfeld erkannt?! 

Ich glaube die Welt wäre eine andere, wenn wir uns selbst und andere nachvollziehen und verstehen könnten. Wir wären dann außerhalb von Bewertungen unterwegs.

Doch nun zur Lösung, alles was Du erlernt hast, kannst Du auch wieder loslassen!

So machst Du Dich frei:

Benenne die Maske des Rollenspielers. Ist sie männlich, oder weiblich? Such Dir einen Namen mit R aus.

Beispiele:

Der rollenspielende Rolf, die rollenspielende Rosa. Führe Dir vor Augen, wann Rolf oder Rosa Dich übernehmen? Was passiert in diesen Situationen? Wie reagierst Du? Welche Auswirkungen hat Deine Reaktion? Wie fühlst Du Dich tief im inneren?

Die meisten Betroffenen werden in Situationen in denen Erwartungen an sie gerichtet werden, Normen eingehalten werden müssen, von ihren Masken übernommen.

Sie spüren, dass andere eine Vorstellung, eine Idee von ihrem Verhalten oder einer Reaktion haben und passen sich an. Diesen Wünschen wird dann nachgekommen, eigene Gefühle hintenangestellt, eigene Bedürfnisse unterdrückt. Die anderen bekommen einen höheren Stellenwert, als man selbst.

Man wird zur Marionette, zu einem funktionierenden Roboter. Gleichzeitig spürt der Betroffene Wut, und eine grosse Leere. Das eigene Leben, Wünsche, Träume liegen brach.

Sobald Du realisierst, dass Deine Maske Dich übernimmt, sprich Rolf oder Rosa an. Stoppe die automatisierte Reaktion, geh ins Gespräch, und finde heraus, worauf Du gerade reagierst, welche Bedürfnisse vorherrschen, ob Du Dich anpasst, oder auch den Mut hast Du selbst zu sein.

Frage Dich und Deine Maske kritisch, ist dieses Verhalten heute noch sinnvoll? Was könnte im schlimmsten Fall passieren, wenn ich abgelehnt werde, oder andere enttäusche? Bin ich verantwortlich für die Erwartungen anderer?

Erkenntnis bietet auch folgende Frage: Wie würde ich mich fühlen oder wie würde mein Leben aussehen, wenn ich so geliebt und angenommen werde, wie ich bin?

Ein Restrisiko, dass Du abgelehnt wirst, bleibt natürlich, aber – falls es Dich tröstet – damit leben wir alle!

Hab den Mut, Du selbst zu sein! Es ist der einzige Weg, der zum Ziel und zu Dir selbst führt!

Für Fragen und Wünsche stehe ich Dir gerne zur Verfügung! Hab eine wunderbare Vorweihnachtszeit! In der nächsten Kolumne nehmen wir den Narzissmus unter die Lupe.

Mehr zu mir findest Du unter www.tatjanastrobel.de

Bis bald! Für Fragen und Wünsche stehe ich sehr gerne zur Verfügung!

Herzlichst
Tatjana Strobel

Weitere Kolumnen von Tatjana Strobel findest du hier:

GUT GEMEINT IST MEIST FALSCH / STARKE ELTERN – STARKE KINDER / WAS IST WIRKLICH WICHTIG IM LEBEN / WEISST DU, WER DU WIRKLICH BIST? TEIL 1 / WEISST DU, WER DU WIRKLICH BIST? TEIL 2 / HELFERSYNDROM

1 Kommentar

KOLUMNE: Narzissmus - Mamalicious World 18. Dezember 2020 - 8:07

[…] schon in der letzten Kolumnen beschrieben, prägen uns 5 entscheidende Dinge in den ersten 10 […]

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