Knock Knock. Wer ist da?
Die Kinder sind grösser, die Nächte wieder ruhiger und die Tage werden luftiger. Es scheint, als wäre die Phase der Kleinkinder und der konstanten Fremdbestimmung vorbei.
Doch was ist das? Wer klopft da an die Tür? Ach Menno! Das darf doch nicht wahr sein. Vor der Tür wartet die Perimenopause mit Zyklusveränderungen, Stimmungsschwankungen, Fettumverteilung, schlaflosen Nächten, Gelenkschmerzen etc.
- Ach Menno! Kann nicht einfach mal Ruhe herrschen?
- Ach Menno! Wie soll ich damit umgehen?
- Ach Menno! Schon wieder ein Kilo mehr.
- Ach Menno! Wo hab ich die Schlüssel schon wieder hingelegt?
- Ach Menno! Räumt denn hier niemand auf!
So fühlen sich viele Frauen ab 35. Irgendwie verändert sich gerade alles - im Körper, im Kopf und im Drumherum. Diese Veränderung hat neu einen Namen: die Perimenopause - der Übergang von der fruchtbaren zur unfruchtbaren Zeit einer Frau (siehe Sidebox).
Pubertät trifft auf Perimenopause
Oftmals kollidiert diese Zeit mit der Pubertät der Kinder und das Chaos zu Hause ist vorprogrammiert. Die Hormone der Kinder beginnen gerade Fahrt aufzunehmen und deine begeben sich langsam, aber sicher aufs Abstellgleis.
Das ist eine Herausforderung für viele Mütter (aber auch die Väter, die die Mütter verstehen sollten) und vielen fehlt es an Wissen über diese Veränderungen im Körper. Was passiert denn da eigentlich genau? Warum fühle ich mich immer so gereizt? Warum halte ich es kaum aus, dass mein Mann so laut kaut? Lasst mich doch alle einfach alleine!
Es kann beängstigend sein, wenn eine Frau merkt, dass sie anders reagiert, anders funktioniert als früher. Die Geduld fehlt, die Zufriedenheit lässt nach und der Kopf denkt nicht mehr klar.
Logisch kommt es öfters zu Streit zu Hause und einem schlechten Gewissen danach. Was ist nur los mit mir? Ich kenne mich selbst kaum noch.
Doch schaut man sich die Veränderung der Hormone mal genau an, dann ist es völlig logisch, dass wir Frauen anders reagieren, dass wir eine kürzere Zündschnur haben, dass wir zunehmen und dass unser Schlaf schlechter wird. Es liegt nicht an uns - wir machen nichts falsch - sondern unsere Hormone sagen langsam, aber nicht linear, auf Wiedersehen (siehe Sidebox).
Optimistischer Blick auf die Perimenopause
Doch was, wenn diese Zeit auch etwas Positives mit sich bringen kann? Wenn es uns Chancen und Neuanfänge öffnet? Dann wird aus dem Ach Menno plötzlich ein Juhuu!
- Juhuu! Ich sage, was ich denke
- Juhuu! Ich schere mich nicht mehr darum, was andere von mir halten
- Juhuu! Ich konzentriere mich auf das Wesentliche
- Juhuu! Ich weiss, was ich will
Mit meiner Kolumne "Hormonkopfstand" möchte ich euch mitnehmen in die Welt der Hormone, die Welt der Veränderung, aber auch die Welt der Chancen und Neuanfänge.
Einmal im Monat beleuchte ich ein Thema der Perimenopause, um euch Wissen und Werkzeuge an die Hand zu geben, damit ihr diesen Kopfstand mit viel Gelassenheit und Ruhe meistern könnt.
Wenn ihr konkrete Fragen habt, dann schickt diese doch direkt an meine E-Mail-Adresse (do*************@******************ss.com) oder werdet Teil unserer WhatsApp Community "Frausein mittendrin".
Perimenopause kurz und knackig
Die Perimenopause beschreibt die Phase von der fruchtbaren zur unfruchtbaren Zeit - die Zeitspanne, in der sich die Hormone zu verändern beginnen, aber immer noch eine Blutung (auch wenn manchmal unregelmässig) stattfindet. Die Menopause ist dann erst retrospektiv feststellbar - dann, wenn ihr für 12 Monate keine Blutung hattet. Und dann befindet ihr euch direkt in der Postmenopause.
Perimenopause - Menopause - Postmenopause
Was passiert denn hormonell?
Dazu muss ich euch kurz den monatlichen Zyklus erläutern. Jeden Monat beginnen in euren Eierstöcken Follikel zu reifen - dies mithilfe des Hormons Östrogen. Dies baut sich in der ersten Zyklushälfte auf. Wenn der Follikel reif ist, dann springt er (Eisprung) und hinterlässt den sogenannten Gelbkörper. Dieser Gelbkörper produziert nun Progesteron, um die Gebärmutter für eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten.
In der zweiten Zyklushälfte steigt das Progesteron an. Findet keine Schwangerschaft statt, fallen die Hormone wieder zusammen, und es kommt zur Blutung.
Wichtig: Das Ganze wird über das Zusammenspiel von Hypophyse und Eierstöcken gesteuert.
Mädchen kommen bereits mit dem fixfertigen Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken auf die Welt. Während ihres Lebens wird dieser Vorrat kontinuierlich abgebaut. Mit 35 hat man nur noch einen Bruchteil der ursprünglichen Eier. Somit werden die Eisprünge qualitativ schlechter oder fallen ganz aus.
Nun wisst ihr, wie sich das auf die Hormone auswirkt. Wenn ein Eisprung qualitativ schlechter ist, ist das Signal an den Gelbkörper zur Progesteronproduktion nicht mehr so stark und es wird weniger produziert. Wenn der Eisprung ganz ausfällt, fällt auch das Progesteron weg.
Somit ist Progesteron das erste Hormon, das je nach Qualität des Eisprungs ab 35 zu schwanken beginnt. Später, ca. ab 45, begibt sich auch Östrogen auf eine Achterbahnfahrt. Wichtig: Es ist keine lineare Abnahme der Hormone, sondern ein Auf und Ab. Und genau das macht es so schwierig, damit umzugehen oder allenfalls auch durch äussere Hormone einzugreifen.
Dies kann nun verschiedenste Wirkungen haben:
- vermehrtes PMS
- Brustspannungen
- Migräne
- schlechterer Schlaf
- Gelenkschmerzen
- Fettumverteilung oder Fettansammlungen am Bauch
- Hitzewallungen
- und vieles mehr
Wie die Hormone genau wirken und warum sie diese Beschwerden auslösen, werde ich im Verlauf dieser Kolumne näher beleuchten.
Mit Nurture Your Happiness (NYH) begleitet Dominique Rauber Frauen durch die Perimenopause – jene Lebensphase, in der die Hormone Kopf stehen. In persönlichen Coachings und Online-Kursen vermittelt sie fundiertes Wissen und alltagstaugliche Werkzeuge. Ihr Ziel ist es nicht, Frauen noch mehr To-dos aufzuhalsen, sondern ihnen zu helfen, diese Zeit bewusster und gelassener zu gestalten.
Gemeinsam mit einer Freundin hat sie ausserdem den Podcast «Frausein Mittendrin» ins Leben gerufen. Darin sprechen die beiden offen und ohne Tabus über das Frausein in der Lebensmitte – von Erschöpfung und Gewichtszunahme über Krafttraining bis hin zur Sexualität.
In ihrer monatlichen Mamalicious-Kolumne «Hormonkopfstand» beleuchtet 2-fach-Mama Dominique unterschiedliche Themen rund um die Perimenopause, teilt wertvolle Tipps und beantwortet Fragen aus der Community.




