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Wie wir fürs Alter vorsorgen können (und sollten!)

von Denise Petrikat
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Kooperation mit Swiss Life

Frauen und Mütter ziehen im Schweizer Vorsorgemodell häufig den Kürzeren. Deswegen ist es so wichtig, das Thema selbst in die Hände zu nehmen. Warum wir Frauen unsere private Vorsorge jetzt anpacken sollten und wieso die Säule 3a dabei eine so wichtige Rolle spielt. Im zweiten Beitrag unserer sechsteiligen Serie «Frauen und Finanzen» in Kooperation mit Swiss Life, gehört die Hauptrolle der Vorsorge.

Wer kennt sie nicht, die elende Aufschieberitis? Sie befällt uns immer gerne bei Themen, die entweder extrem trocken sind oder so gross erscheinen, dass wir nie mit ihnen fertig werden. Manchmal kommt auch beides zusammen, wie zum Beispiel bei der Steuererklärung, der Abschlussarbeit oder eben auch der privaten Vorsorge. Denn ja, auch dieses Thema ist gross. Es wird aber umso grösser, je länger man es auf der langen Bank vor sich herschiebt.
Also aufgepasst: Das klassische Vorsorgemodell in der Schweiz beruht auf drei Säulen: Der staatlichen, der beruflichen und der privaten Vorsorge. Die erste Säule – die staatliche Vorsorge – deckt den existenziellen Bedarf. Mit der zweiten Säule – der beruflichen Vorsorge – soll der gewohnte Lebensstandard nach Austritt aus dem Erwerbsleben fortgeführt werden können. Damit man hier jedoch regelmässig einzahlen kann, muss ein jährliches Mindesteinkommen von derzeit 22'050 Franken erzielt werden – wer darunter liegt, kann nicht an der zweiten Säule teilhaben. Um die dritte Säule müssen wir uns am stärksten aktiv kümmern. Lassen wir sie einfach brachliegen, kann es sein, dass im Alter eine sogenannte Vorsorgelücke entsteht. Davon sprechen Expertinnen und Experten, wenn die Lebenshaltungskosten im Alter die Leistungen von staatlicher und beruflicher Seite übersteigen. Denn die erste Säule allein reicht nicht aus, um davon später vernünftig leben zu können. Und auch wer regelmässig in die zweite Säule einzahlt, sollte über die private Vorsorge nachdenken, da sie viele Vorteile bietet.

Vielfältige Ursachen für Vorsorgelücken

Von einer Vorsorgelücke sind Frauen in der Regel stärker betroffen als Männer. Das liegt an mehreren Gründen: Zum einen arbeiten Frauen häufiger Teilzeit: So waren im Jahr 2021 fast 60 Prozent aller erwerbstätigen Frauen in Teilzeit, unter den Männern lag der Prozentsatz bei niedrigen 18 Prozent. Zum anderen haben Frauen meist eine längere Erwerbsunterbrechung, oft zum Beispiel, wenn sie eine Familie gründen. Und natürlich ist da leider immer noch der unsägliche Gender Pay Gap: Für die gleiche Arbeit werden Frauen schlechter entlohnt als Männer – in der Schweiz belief sich der Gehaltsunterschied im Jahr 2021 auf 8,6 Prozent. Und als ob das noch nicht reichen würde, kommt auch noch die Lebenserwartung obendrauf: Wir Frauen werden im Durchschnitt einfach älter als das männliche Geschlecht – um satte vier Jahre in der Schweiz. Auch das sollte man zumindest im Hinterkopf haben.
Sprich: Eigentlich sollten wir uns mehr Gedanken um die Absicherung im Alter machen als die Männer. Aber die Realität ist genau andersherum. Noch immer geben viele Frauen das Thema aus der Hand und überlassen die Finanzen ihrem Partner – das belegen mehrere Studien. Eine unkluge Entscheidung, denn natürlich kann das eintreten, was sich keine von uns wünscht: Trennung vom Partner (die Scheidungsrate hierzulande liegt bei circa 40 Prozent!) oder sogar ein tragischer Verlust. Deshalb ist es gut, sich frühzeitig mit der Vorsorge auseinanderzusetzen und das Thema selbst anzupacken. Das sorgt für ein gutes Gefühl von Sicherheit.

Ein individueller Finanzplan

Ist diese Einsicht gereift, geht es an den konkreten Finanzplan: Was wünsche ich mir im Alter? Wie viel brauche ich, um einen schönen Lebensabend zu geniessen? Fachleute gehen davon aus, dass 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens ausreichend sind, um gut zu leben. Doch mit Säule 1 und Säule 2 kommt man meist nicht auf diesen Anteil – und liegt nur bei 60 bis 65 Prozent des letzten Einkommens. Um nachzubessern, können freiwillige Einkäufe in die zweite Säule getätigt werden – wovon man auch steuerlich profitiert. Der große weitere Trumpf ist die private Vorsorge: Wer regelmässig auf ein privates Vorsorgekonto einzahlt, und das dortige Geld anlegt – zum Beispiel in Fonds oder Sparpolicen mit festem Zins, kann nicht nur die Vorsorgelücke schließen, sondern auch auf Dauer höhere Erträge als mit reinem Kontosparen erzielen. Ganz besonders Frauen, die Teilzeit arbeiten, können davon profitieren, regelmässig einzuzahlen, denn das Schweizer Vorsorgesystem ist auf Vollzeit ausgerichtet.
Übrigens auch nicht für Mütter: Gerade bei einer längeren Babypause können wegen Lohnunterbrechungen Lücken in der Vorsorge entstehen. Hier macht es Sinn, sich mit Partner und einer Fachperson zusammenzusetzen und das Thema gemeinsam zu besprechen. Denn schliesslich: Diese finanzielle Last der Elternschaft sollte gleich auf beide Schultern verteilt sein.
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Dein Austausch mit der Expertin

Das Schöne an Säule 3a, der privaten Vorsorge: Sie federt nicht nur eventuelle Engpässe im Alter deutlich ab, sie lässt sich auch ganz individuell gestalten. So bestimmt man etwa selbst, wieviel man regelmässig einzahlen möchte. Schon kleine Beträge lohnen sich, vor allem für diejenigen, die früh einsteigen möchten. Das Geld dort ist übrigens auch für bestimmte Fälle schon vor dem Erreichen des Rentenalters verfügbar: Wer etwa ins Ausland umzieht, in die Selbständigkeit wechselt oder Wohneigentum erwerben möchte, kann auf das angesparte Geld der Säule 3a zurückgreifen. Und generell gilt: Fünf Jahre vor der Pensionierung kann über das Konto frei verfügt werden.
Zur Säule 3b gehören Vorsorgearten, die nicht an eine gesetzliche Vorgabe mit bestimmter Laufzeit gebunden sind – zum Beispiel das klassische Sparen und Investieren für verschiedene Ziele.

Mamalicious Business & Finanzen

Wir freuen uns, auch dieses Jahr mit Swiss Life rund um das Thema FRAUEN & FINANZEN zu kooperieren. Jennifer Obi, Beraterin bei Swiss Life wird uns in der Gruppe bei wichtigen Fragen zu unseren Themen unterstützen und Ihr Wissen mit uns teilen. Unbedingt unserer Facebook-Gruppe «Mamalicious Business & Finanzen» beitreten, Fragen stellen und mitreden.

Zudem sind die Vorsorge- und Finanzberater*innen von Swiss Life gerne für Dich da. Einfach das Formular ausfüllen und Swiss Life wird direkt mit Dir in Kontakt treten.

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