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MIND THE GAP – auch bei der Pension

von Denise Petrikat
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Kooperation mit Swiss Life

So mancher Frau droht nach dem Berufsleben eine böse Überraschung: Die Rentenbezüge sind deutlich niedriger als gedacht – und viel niedriger als jene von gleichaltrigen Männern. Der sogenannte Gender Pension Gap betrifft vor allem alleinstehende Frauen und ist in der Schweiz höher als in vielen EU-Ländern. Eine neue Studie der Swiss Life hat ihn genauer beleuchtet.

Wer schon einmal in London mit der U-Bahn gefahren ist, hat die prominente Warnung sicherlich aus den Lautsprechern gehört: «Mind the gap!» tönt es immer wieder in der Londoner Tube. Die drei Worte sind längst weltbekannt – «mind the gap» macht auf die Lücke zwischen Bahnsteig und Zug aufmerksam. Denn wer beim Ein- oder Aussteigen nicht aufpasst, und einen zu kleinen Schritt tut, könnte schnell mit einem Bein ins Bodenlose treten.
Der «Gap», die Lücke, hat als Wort auch in einer anderen Konstellation eine steile Karriere gemacht: Seit einigen Jahren ist immer häufiger vom Gender Pay Gap zu hören – und dass dieser endlich thematisiert wird ist gut. Schliesslich weist der Begriff auf den Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen hin. Laut Verband «Business & Professionell Women Switzerland» beträgt der Gender Pay Gap hierzulande aktuell 13,8 Prozent. Heisst auf ein Jahr übertragen: Wenn ein Mann für das Jahr 2023 ab dem 1. Januar sein Gehalt bekommt, muss eine Frau theoretisch bis zum 18. Februar 2023 arbeiten, bis auch sie ihren Lohn erhält.
Doch der Gender Pay Gap ist nicht der einzige «Gap». Auch der sogenannte Gender Pension Gap rückt immer mehr ins mediale Rampenlicht. Er bezeichnet den durchschnittlichen geschlechterbezogenen Unterschied bei der Höhe der erhaltenen Pensionen, sprich die Rentendifferenz von Männern und Frauen. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse, die eine brandneue
Studie der Swiss Life liefert. Die gute Nachricht vorweg: Langfristig wird sich der Gender Pension Gap voraussichtlich verringern und die Renten gleichen sich etwas an.
Conceptual image of gender inequality. A woman and a man on either side of the scales, with income difference

Fast 20’000 Franken weniger pro Jahr

Aktuell liegen die Rentenbeträge jedoch noch weit voneinander entfernt: In den Jahren 2019 bis 2021 erhielten Rentnerinnen in der Schweiz durchschnittlich etwa ein Drittel weniger als die Männer. In Summe macht das 20’000 Franken pro Jahr – ein beträchtlicher Betrag. Dieser Geschlechterunterschied hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert und fällt im internationalen Vergleich eher hoch aus: EU-weit beträgt der Gender Pension Gap im Schnitt nur gut ein Viertel, wobei Deutschland und Italien etwa gleich hohe Werte wie die Schweiz haben.
Wie entsteht die Lücke bei den Renten? Der Gender Pension Gap ist massgeblich eine direkte Fortsetzung der geschlechterspezifischen Einkommensunterschiede aus der Zeit vor der Pensionierung. Oder anders ausgedrückt: Wer während seines Berufslebens weniger verdient, erhält auch im Alter weniger. Während einem Schweizer Rentner im Jahr 2019 durchschnittlich 58’200 Franken zur Verfügung standen, belief sich der Betrag für Rentnerinnen auf 37’600 Franken. Aufgrund sich annähernder Erwerbsbiografien holen die Frauen auf – aktuell jedoch nur langsam.

Kaum Unterschiede bei der Zufriedenheit

Was hat die Studie sonst noch zu Tage gefördert? Interessant ist, dass der Rentenunterschied mit fast 50 Prozent bei Verheirateten mit Abstand am grössten ist. Gleichzeitig fällt er dort am wenigsten ins Gewicht, da Paare über ihre Finanzen meist gemeinschaftlich entscheiden. Bei Alleinstehenden war die Differenz deutlich niedriger, bei Geschiedenen betrug sie etwa im Jahr 2019 nur 15 Prozent, bei ledigen Frauen lag sie sogar im Plusbereich – mit 7 Prozent. Nimmt man alle Gruppen von Rentnerinnen zusammen, die nicht verheiratet sind, entsteht – je nach Datengrundlage – eine Rentendifferenz von 10 bis 20 Prozent zu den Männern – was einer Summe von 400 bis 1100 Franken pro Monat entspricht.
Wie wirkt sich der Unterschied konkret auf das Leben im Alter aus? Nur 57 Prozent der alleinstehenden Rentnerinnen gaben in der Befragung an, dass es für sie einfach sei, finanziell über die Runden zu kommen – das ist etwas mehr als die Hälfte. Bei alleinstehenden Rentnern waren es fast zwei Drittel. In puncto Zufriedenheit liegen die Geschlechter jedoch fast gleich auf, hier trennen Frauen drei Prozentpunkte von den Männern. Offenbar sind wir anpassungsfähiger und kommen auch mit geringeren Budgets gut klar.
sandy-millar-KhStXRVhfog-unsplash

Was Frauen jetzt tun können

Trotzdem sollte sich jetzt keine von uns auf dieser Erkenntnis ausruhen. Denn unterm Strich ist der Gender Pension Gap keine schöne Sache, vor allem nicht, wenn man selbst davon im Alter betroffen ist. Deshalb ist es ratsam, sich aktiv mit dem eigenen Vermögensaufbau auseinanderzusetzen und das Geld gut anzulegen. Wie das gelingen kann, erklären euch gerne die Expertinnen und Experten von Swiss Life in einem unverbindlichen Beratungsgespräch.
Denn auch für die Verheirateten unter uns gilt schliesslich: Ein Mann ist keine Altersvorsorge. Sich jetzt des Themas annehmen sorgt nicht nur für ein gutes Gefühl, sondern schafft Klarheit und Sicherheit. Haken dran und weiter geht’s. Wie bei der Londoner U-Bahn. Da ist der Gap schliesslich auch kein Hindernis – nur beachten muss man ihn eben.

Mamalicious Business & Finanzen

Wir freuen uns, auch dieses Jahr mit Swiss Life rund um das Thema FRAUEN & FINANZEN zu kooperieren. Jennifer Obi, Beraterin bei Swiss Life wird uns in der Gruppe bei wichtigen Fragen zu unseren Themen unterstützen und Ihr Wissen mit uns teilen. Unbedingt unserer Facebook-Gruppe «Mamalicious Business & Finanzen» beitreten, Fragen stellen und mitreden.

Zudem sind die Vorsorge- und Finanzberater*innen von Swiss Life gerne für Dich da. Einfach das Formular ausfüllen und Swiss Life wird direkt mit Dir in Kontakt treten.

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