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BE YOU: Wie wir in die Verdrängung geraten

von Racha Fajjari

Geschrieben von: Tatjana Strobel – Sozialpädagogin, Hypnosetherapeutin & Bestsellerautorin

Hallo liebe Mütter und liebe Väter,

rennt bei Euch die Zeit auch so?! Wir schreiben schon wieder Februar 2021, und ich weiss ehrlich gesagt nicht wo die Zeit geblieben ist…

Heute tauchen wir in ein ein Muster das wir alle nur zu gut kennen und täglich praktizieren. Es ist wahrscheinlich die Mutter aller Muster: die Verdrängung!

Für alle, die zum ersten Mal in meine Kolumne lesen, eine kurze Zusammenfassung.

Was wir vorgelebt, und gelernt bekommen, prägt unsere Persönlichkeit, und führt zu unserem Verhalten.

Es prägen uns 5 entscheidende Dinge in den ersten 10 Lebensjahren.

  • Bedingungslose Liebe und Aufmerksamkeit
  • Individualität- die Persönlichkeit des Kindes anzunehmen, ohne zu vergleichen
  • Struktur, Ordnung, Stabilität/Sicherheit
  • Eigene Erfahrungen machen dürfen/eigene Meinung entwickeln dürfen
  • Neugierde des Kindes fördern

Finden diese 5 Punkte nur teilweise, oder nicht statt, so übernimmt das Ego die Führung und entwickelt daraus reaktive Verhaltensweisen, sogenannte Überlebensmuster. Diese Verhaltensweisen nehmen dann maskenhafte Züge an und übernehmen den Menschen, wenn dieser durch «Trigger» in alte unbewusste Erinnerungen zurückkatapultiert wird.

Ich glaube übrigens, dass wir uns im Moment niemals über das ärgern, worüber wir glauben uns zu ärgern.

Wie Du Dein Leben auf andere Beine stellen kannst, frei von Problemen wirst, verrät Dir auch Pillou, in der aktuellen Kolumne: Frag Pillou, Spiegellabyrinth (Andi, könntest Du den Link der aktuellen Kolumne einpflegen)

Doch hier und heute geht es um die Verdrängung.

Finde anhand der 5 Fragen heraus, ob Du betroffen bist? Welche Aussagen treffen auf Dich zu?

☐ Ich beginne gern Neues, ohne über die Folgen nachzudenken.

☐ Obwohl mein Bauchgefühl mir sagt, dass irgendetwas nicht stimmt, beachte ich das nicht.

 ☐ Dinge, die mich belasten, blende ich einfach aus.

☐ Ich glaube grundsätzlich an das Gute im Menschen, deshalb sagen meine Freunde oder Familienmitglieder, ich wäre blauäugig oder naiv.

☐ Manchmal umgehe ich Konflikte in der Hoffnung, sie lösen sich irgendwann von selbst.

Wenn Du mehr als 3x „Ja“ angekreuzt hast, ist das Muster „Verdrängung“ möglicherweise Teil Deiner Persönlichkeit.

Hinterfrage Dich, wo Du in den letzten Wochen und Monaten nicht hinschauen wolltest.

Die Glaubenssätze hinter der Verdrängung: „Ich bin zu schwach, kann die Wahrheit nicht ertragen!“, „Ich kann mich den Dingen nicht stellen, weil ich ein Versager bin!“, „Ich bin labil und unterlegen, deshalb verschliesse ich die Augen vor der Realität!“

Menschen mit diesem Muster haben in der Kindheit häufig Willkür, Gewalt, Unzuverlässigkeit und wenig Zuwendung erlebt. In diesen Situationen haben sie sich quasi aus dem Leben gebeamt und die Themen aus dem sogenannten Dissoziierten Zustand (weit entfernt, wie wenn es einer anderen Person passiert) betrachtet. Daraus resultierend haben sie grosse Angst vor Realitäten, Problemen und unangenehmen Gefühlen.

Sie haben in ihrer Kindheit keine Strategien erhalten, diese erfolgreich zu händeln! Menschen mit dieser Vergangenheit können sich häufig nur bruchstückhaft an ihre Kindheit erinnern.

Grundsätzlich haben wir alle einen Hang, Dinge zu verdrängen. Bis zu einem gewissen Grad ist dies auch gut so, sonst würden wir an den Problemen der Welt zugrunde gehen. Doch die Betroffenen agieren ganz nach der Vogel Strauss-Theorie „Kopf in den Sand“ und drücken aus Selbstschutz alles weg, was sie nicht wahrhaben möchten.

Denn was man verdrängt, entzieht sich der eigenen Wahrnehmung und was nicht wahrgenommen wird, kann nicht in Gefühle, Gedanken und Handlungen umgewandelt werden. Sie möchten sich mit dieser Strategie selbst vor den Tücken, den Problemen und Herausforderungen des Lebens schützen, da sie sich nicht in der Lage sehen, mit diesen Herausforderungen umzugehen. Die Verdrängung beruhigt auf den ersten Blick.

Doch in Wahrheit können Themen, die man nicht angeht, Probleme, die man nicht löst, nicht bearbeitet und ad acta gelegt werden.

Verdrängen die Betroffenen längere Zeit, so kommt es zu einer massiven Anhäufung von Problemen und Ärger, welche das gesamte Leben auf den Kopf stellen, Beziehungen zerstören, den Job kosten und Lebensläufe ruinieren können.

Für ihre Mitmenschen sind die Verdränger recht anstrengend, da sie Konfrontation aus dem Weg gehen und bei Gegenüberstellungen als Opfer devot und hilfsbedürftig oder als Täter laut und aggressiv auftreten können.

So machst Du Dich frei:

Benenne diese Maske, ist sie männlich oder weiblich? Suche Dir einen Namen mit V aus.

Beispiele:

Die verdrängende Vera oder der verdrängende Viktor. Führe Dir vor Augen, wann diese Maske in Deinem Leben auftritt. Wann übernimmt Dich der Wunsch nach Verdrängung1? Was sind das für Momente? Wie fühlt es sich an, wenn Du übernommen wirst, und welche Auswirkungen hat diese Maske?

Die meisten Betroffenen, dieses Musters, werden von Vera oder Viktor übernommen, wenn sie Dinge nicht ertragen können, die erhaltende Information zum Handeln bewegen müsste, grössere Veränderungen und Entscheidungen zur Folge hätte. Diese Maske übernimmt, wenn die eigene Gedankenwelt auf den Kopf gestellt wird, wenn die neuen Informationen nicht mit den eigenem Denken über die Welt übereinstimmen.

Man fühlt sich überfordert, klein, unsicher, verloren.

Die Auswirkungen der Übernahme: überspielen des Gehörten, wegschauen, künstlich Harmonie erzeugen, neue Themen in den Raum werfen, um abzulenken.

Jede Übernahme von Vera oder Viktor entfernt den Betroffenen von der Realität, entzieht ihm die Fähigkeit der Reflektion und der Selbstwirksamkeit. Wer nicht hinsieht, kann auch nichts sehen und verändern.

Das wunderbare an der Maskenball-technik ist, dass in dem Moment, wo man Vera oder Viktor bemerkt, man kein Opfer der Maske mehr ist! Man wird zum Beobachter- und das verändert alles…

Beginne mit der Maske zu sprechen und stoppe sie mehr und mehr.

Um das Muster langfristig aus Deinem Leben zu entfernen, wähle nach und nach ein Thema aus, mit dem Du Dich nicht gern auseinander setzt und überlege, was das Mindeste ist, was Du tun kannst, um das Problem anzugehen. Was ist die kleinste Einheit, die Du zu leisten im Stande bist? Nähere Dich so mehr und mehr an.

Komm Deinen Masken und Mustern auf die Spur und werde immer mehr zu der Person, die Du sein kannst. Es lohnt sich und es macht riesig Spass! Das Leben wird leichter….

Komm mich auf meiner Seite www.tatjanastrobel.de besuchen. Hier findest Du viele Tools, um zu Dir selbst zu finden, gerne helfe ich Dir auch Deinen Mustern den Garaus zu machen.

In der nächsten Kolumne widmen wir uns dem Muster des kleinen Kindes.

Bis bald, für Fragen und Wünsche stehe ich sehr gerne zur Verfügung.

Weitere Kolumnen von Tatjana Strobel findest du hier:

GUT GEMEINT IST MEIST FALSCH / STARKE ELTERN – STARKE KINDER / WAS IST WIRKLICH WICHTIG IM LEBEN / WEISST DU, WER DU WIRKLICH BIST? TEIL 1 / WEISST DU, WER DU WIRKLICH BIST? TEIL 2 / HELFERSYNDROM / LÜGEN UNS ROLLENSPIELE

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